UX-Design - Gestaltgesetze und visuelle Wahrnehmung

Schreibtisch mit Laptop und Lampe

Die Psychologie der Wahrnehmung hat besonders unter dem Eindruck der Bedeutung von Design in den letzten Jahren einen festen Platz in der Wissenschaft bekommen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass auch solche Termini wie Aufmerksamkeitsökonomie immer stärker in den Vordergrund der psychologischen Betrachtung rutschen. Bei der Psychologie der Wahrnehmung geht es aber vor allem um die Art und Weise, wie Menschen bestimmte Formen und Gestalten wahrnehmen und diese mit verschiedenen Assoziationen verbinden können. Eine praktische Komponente bekommen die Überlegungen besonders dann, wenn man sie auf die vielen Fragen rund um Designs anwendet. Es ist vor allem die User Experience, die in den letzten Jahren von den Erkenntnissen aus diesem Bereich profitiert.

Wie User Experience und Gestaltpsychologie sich verbinden

Das Feld der Gestaltpsychologie ist noch vergleichsweise neu, greift aber auf Erkenntnisse zurück, die schon von vielen Malern im Laufe der Geschichte der Menschheit zumindest unterbewusst angewendet wurden. Dabei geht es vor allem um die Wahrnehmung verschiedenster Elemente. Im Laufe der Zeit hat die Evolution nämlich dafür gesorgt, dass der menschliche Geist bei bestimmten Formen und Gestaltungen ganz automatisch Assoziationen entwickelt. Dieses Wissen kann dann in Form von Gestaltungsgesetzen natürlich in den verschiedensten Bereichen angewandt werden. Was früher das Deckengemälde in einem Herrenhaus war und von diesem Wissen profitiert hat, ist heute eine gut gestaltete Website mit positiven Effekten für Besucher und Betreiber.

Das UX-Design und UI-Design von Webseiten, aber auch von Programmen und Apps ist im besonderen Maße von eben diesen Gestaltungsgesetzen abhängig. Das gilt auch dann, wenn man selbst niemals nach diesen Prinzipien gearbeitet oder gar noch nie von ihnen gehört hat. Die Art und Weise, wie bestimmte Elemente und Formen wahrgenommen werden, ist ein grundsätzliches Prinzip und hat daher weniger mit Geschmack als eben mit der Gestaltungspsychologie zu tun. Und da die Erkenntnisse in diesem Bereich in den letzten Jahren umfangreich waren, hat man nun die Möglichkeit, eben diese Dinge auch bei der Gestaltung von eigenen Designs aktiv einzusetzen.

Wie genau sehen die Gestaltgesetze aus?

Der Grund dafür, dass die Evolution, nach der Meinung der Gestaltpsychologie, diese Sinne für Formen entwickelt hat, lag in der einfacheren Verarbeitung von Informationen. Letztlich war es ein wichtiger Schritt hin zur Nutzung von Logik und ein wichtiger Schritt zum Aufbau der ersten Zivilisationen. Dabei ist besonders die Berliner Schule in diesem Bereich weit gegangen, hat sich am Anfang des 20. Jahrhunderts umfassend mit diesen Gesetzen beschäftigt und sie in einigen Leitsätzen zusammengefasst:

  • Gesetz der Geschlossenheit: Rahmen oder Umrandungen machen es einfacher, Elemente als eine Einheit wahrzunehmen. So werden Informationen stets zusammengeführt und als zusammenhängend vom Kopf verarbeitet.
  • Gesetz der Verbundenheit: Miteinander verbundene Elemente erhöhen die Assoziationen zwischen den Elementen. So können beispielsweise Mindmaps einen solchen Effekt erzeugen oder Fotos, auf denen zwei verbundene Personen interagieren.
  • Gesetz der Ähnlichkeit: Elemente, die eine ähnliche Form aufweisen, eine ähnliche Farbe haben oder auf solche Weisen wahrgenommen werden, machen es einfacher, vom Kopf verstanden und in ein größeres Bild eingefügt zu werden.
  • Gesetz der Erfahrung: Was wir bereits früher als zusammenhängend wahrgenommen haben, werden wir als Form auch in einer neuen Umgebung wieder suchen, erkennen und entsprechend verarbeiten.
  • Gesetz der Nähe: Mit dem Gesetz der Nähe wird deutlich, dass sich natürlich die Elemente und Formen, die einander am nächsten sind, auch als miteinander verbunden wahrgenommen werden sollten. Das ist aber natürlich nicht immer der Fall - so wird der Kopf es aber erst einmal interpretieren.
  • Gesetz der Prägnanz: Mit der Hilfe von Hervorhebungen ist es möglich, selbst in einer unübersichtlichen Masse dafür zu sorgen, dass sich der Blick in diese Richtung orientiert. Dabei bevorzugt der Kopf aber stets einfache Hervorhebungen gegenüber komplexen Formen.
  • Gesetz von Figur und Grund: Der Kopf wird zu jedem gegebenen Zeitpunkt versuchen, Formen von dem eigentlichen Grund zu unterscheiden. Der Hintergrund wird zu einem weißen Rauschen, während versucht wird, die darauf angeordneten Elemente in bekannte Formen einzufügen.
  • Gesetz der Symmetrie: Symmetrie schmeichelt im besonderen Maße dem Auge und sorgt daher dafür, dass die Formen besonders hervorstechen und einfach erkannt werden.
  • Gesetz der fortgesetzt durchgehenden Linie: Unser Kopf ist darauf trainiert, Linien bis zum Ende zu folgen. Kreuzungen werden nicht wirklich als eine Verbindung wahrgenommen als viel mehr weiterhin zwei eigenständige Linien.

Diese neun Gesetze bestimmen also heute in verschiedensten Szenarien die Gestaltung im Webdesign. Und während die Gestaltgesetze natürlich eine ganz neue Ebene in die Arbeit mit UX-Design und UI-Design einbringen, kommt es am Ende auch immer darauf an, wie man diese Gesetze tatsächlich in ein gutes Design einfügen kann. Kurz gesagt ist hier die Frage, wie man die einfache Theorie am Ende in praktische Anwendungen überführt bekommt. Denn auch wenn bekannt ist, wie das Unterbewusstsein bestimmte Formen wahrnimmt oder in welche Richtung es gehen kann, müssen die Gesetze am Ende vor allem den menschlichen Benutzern helfen und darüber hinaus auch von ganz menschlichen Designern hergestellt werden.

Die nachhaltige User-Experience durch besonders gestaltetes Design

Webdesign hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Waren die Seiten vor wenigen Jahren noch wenig komplex und ging es vor allem darum, den Content in einen schönen Rahmen zu verpacken und dabei auch noch auf die Feinheiten der Suchmaschinenoptimierung zu achten, ist Design in letzter Zeit zu einem ganz eigenen Standbein geworden. Das liegt auch daran, dass die Benutzer heute natürlich gewisse Ansprüche an die Webseiten, Apps und Dienste haben, mit denen sie sich mitunter mehrere Stunden am Tag umgeben. Es muss einfach zu bedienen sein und gleichzeitig alle Ansprüche an modernes Design erfüllen.

Dabei geht die Herausforderung natürlich damit weiter, dass man heute nicht mehr alleine für den großen Desktop-Bildschirm designed, sondern all diese Elemente auch für die kleinen mobilen Auflösungen zur Verfügung stellen muss. Viele Dinge also, die man bei der Umsetzung eigener Projekte im Internet beachten muss. Es kann durchaus hilfreich sein, wenn man sich in diesem Bereich die Hilfe von einem professionellen Experten sucht.

Die Digitalagentur als Partner für anspruchsvolles Design

Bei der Suche nach einer guten Digitalgentur geht es in den meisten Fällen erst einmal um die Beratung. Alles, was mit dem Business im Internet in Verbindung steht, entwickelt und verändert sich derzeit in einer immensen Geschwindigkeit. Das gilt nicht nur für rohes Design, sondern natürlich auch für User Experience und die allgemeinen Ansprüche, die die Nutzer an moderne Projekte haben. Vom Online Marketing über das richtige Design bis hin zu der Frage, welche Inhalte auf welche Weise präsentiert werden sollen, gibt es nicht selten einen ganzen Haufen offener Fragen. Und in vielen Fällen gibt es eben auch nicht ausreichend Ressourcen, um all diese Dinge im eigenen Haus zu klären und zu erledigen, ohne dass das Kerngeschäft unter diesem zusätzlichen Aufwand leiden würde.

Wir sind als Digitalagentur Ihr erster Ansprechpartner, wenn es um all diese neuen Dynamiken im Internet geht. Wir sind Ihr fester Partner für alle Fragen, die mit den Themen Webdesign, Marketing, Sichtbarkeit und allgemeine Präsenz im Netz zu tun haben. Gemeinsam erarbeiten wir passende Konzepte und Sie profitieren langfristig von einem deutlich besseren Auftritt im Netz, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein UX-Design, das nach den neusten Maßstäben und Erkenntnissen gebaut wurde, ist dabei natürlich nur eine weitere Selbstverständlichkeit. Deswegen lohnt es sich in der heutigen Zeit, wenn man sich für solche Arbeiten den Rat von Experten sucht.

Frank Herold Unternehmensinhaber von herold medien
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